Bildungspolitik ist eine Investition in unsere Zukunft

Bildungspolitik
Bildung ist das Wichtigste für unsere Zukunft und darf kein Experimentierfeld sein. Erinnere da an die Mengenlehre oder das Lernen des Lesens zuerst in ganzen Sätzen, dann in Worten und erst dann kamen die Buchstaben. Das hat zu ganzen Jahrgängen von jungen Menschen geführt, die weder das kleine 1x1 noch die deutsche Sprache beherrschen.
Für mich besteht Bildung aus drei wichtigen Komponenten: Das Vermitteln von Wissen, das Vermitteln von moralischen und ethischen Werten, und, gleich wichtig, dass Entzünden einer Flamme der Neugier. Kreativität durch Pressen in Schablonen zu unterdrücken, wie es heute vielfach geschieht, halte ich für einen ganz großen Fehler.
Bildungspolitik gehört zwar in die Verantwortung der Länder, es ist aber an der Zeit, Bildung stärker zu vereinheitlichen. Das sehe ich als gemeinsame Aufgabe des Bundes und der Länder. Die vorhandenen Unterschiede erschweren es Kindern bei Umzug einer Familie in ein anderes Bundesland, sich dort schnell zurechtzufinden. Dazu kommt oft noch die Notwendigkeit, andere Schulbücher anzuschaffen.
Zur Bildung gehören auch finanzielle Mittel für ausreichend Lehrkräfte. An dieser Stelle zu sparen ist am falschen Ende gespart und gefährdet unsere Zukunft.

Universitäten
Auch dieser Bereich liegt im Verantwortungsbereich der Länder. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert jedoch mit finanziellen Mitteln Forschung in allen Bereichen der Wissenschaft. Daneben werden der wissenschaftliche Nachwuchs sowie der internationale Austausch in der Ausbildung oder Weiterbildung oder dem Studium gefördert. Der Etat ist der viertgrösste aller Bundesministerien.

Das Dilemma an den Hochschulen möchte ich am Beispiel der BTU Cottbus Senftenberg darstellen. Das Land stellt Mittel zur Verfügung, die nicht alle Kosten abdecken und die Universität vom zusätzlichen Einwerben von Sponsorengeldern abhängig machen. Das sind allerdings unsichere Einnahmen, die von Jahr zu Jahr stark schwanken können. Die gesicherten Gelder decken feste Kosten wie Gebäudeinstandhaltung, Unterhaltskosten aber nicht alle anfallenden Personalkosten. Folglich ist die Universität gezwungen, an anderer Stelle zu sparen. Das ist das Personal und so gibt es eine Vielzahl befristeter Arbeitsverträge, die so kurze Zeitspannen wie vier Wochen umfassen.
Wenn ein noch junger aber erstklassiger Dozent oder eine Dozentin nur einen befristeten Vertrag über ein Jahr erhält, ist für ihn oder sie keine vernünftige Lebensplanung möglich. Wenn er dann ein Angebot einer finanziell besser ausgestatteten Universität oder aus dem Ausland für eine Festanstellung angeboten bekommt, hat die BTU denkbar schlechte Chancen, ihn oder sie zu halten.
Eine intensive Kooperation zwischen dem BMBF und dem Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur wäre wünschenswert, um das beschriebene Dilemma zu lösen.
Deutschland galt lange als das Land der Erfinder und der Innovationen, ist da aber zurückgefallen.
Patentanmeldungen 2014
Platz 1: USA mit 71.745 Patentanmeldungen
Platz 2: Japan mit 48.657 Patentanmeldungen
Platz 3: Deutschland mit 31.647 Patentanmeldungen

Auch hier sehe ich eine Aufgabe der Politik, Wissenschaft und Forschung zu fördern. Es ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes.

Foto: Universitätsbibliothek der BTU Cottbus-Senftenberg, © Stormfighter
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