Arbeitspolitik - Eine Fehlentwicklung, die korrigiert werden muss

1. Befristete Arbeitsverträge
Diese Verträge haben ausufernde Dimensionen angenommen; in Unternehmen, bei Behörden, im Bereich Bildung und so weiter
Gerade für junge Menschen am Beginn des Berufslebens sind befristete Verträge eine Katastrophe, da eine vernünftige Lebensplanung nicht möglich ist. Für eine zukünftige Rente, von der sich leben lässt, sind diese Verträge ebenfalls ein Fiasko.

2. Niedriglohnsektor
Ich fasse hier einmal Leiharbeit, Werksverträge, Minijobs, die 30-Stundenwochen * und die neuen „Tagelöhner“ zusammen. All diese Beschäftigungsverhältnisse reichen oft nicht aus, vernünftig davon zu leben. Für eine Rente in der Zukunft reicht es ebenfalls nicht. Besonders schlimm ergeht es den 'neuen Tagelöhnern', Arbeitnehmer auf Abruf. Sie wissen überhaupt nicht, wie viel sie in einem Monat verdienen. Die Deutsche Post, zu 20% in der Hand der Bundesrepublik Deutschland, beschäftigt ca. 20% als Abrufarbeitnehmer.
* Teilzeitverträge können durchaus von beiden Seiten gewünscht sein, es sollte aber nicht die Regel sein

3. ALG II
Es ist ohne Bedeutung, warum Menschen ihre Arbeit verloren haben und keine neue Beschäftigung finden. Als eine Schande für unser Land empfinde ich die Diffamierung der Menschen, die von der Grundsicherung abhängig sind. Sie werden generell als faul gescholten, als Menschen, die sich auf der sozialen Hängematte auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung ausruhen. Auch Politiker haben keine Scham, so Sätze wie „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ von sich zu geben oder ein Kochbuch für Menschen mit Grundsicherung zu schreiben um zu beweisen, dass sie in Wirklichkeit im Luxus leben. Die Würde wird diesen Menschen mit Sanktionen, dem Geschnüffel auch in ihren Wohnungen und der Möglichkeit, Auskünfte über sie von Nachbarn und Vermietern einzuholen (die übrigens Auskunft geben müssen), genommen.

In diesen Bereichen hat die Politik eine vollkommen falsche Weichenstellung vorgenommen, die unbedingt korrigiert werden muss.
Politik muss dem Mut haben, Entscheidungen zum Nachteil der Bürgerinnen und Bürger zu korrigieren.

Meine Gedanken dazu
Die Arbeitswelt wird nie wieder so sein wie sie einmal war. Automaten und Roboter werden Arbeit übernehmen und für qualifizierte, arbeitswillige Menschen bleibt weniger übrig. Die Arbeitslosen als faul zu diffamieren ist vollkommen falsch. Da es neue 'Arbeitnehmer' gibt, die klaglos 24 Stunden täglich arbeiten, sollten sie fortan besteuert werden.

Es ist an der Zeit, ernsthaft über ein bedingungslosen Grundeinkommen zu diskutieren statt die Menschen, die mangels Arbeit einfach keine Arbeit mehr bekommen (können) zu verteufeln und zu diffamieren.

Inzwischen haben sich ja bereits einige Unternehmer für eine Maschinensteuer ausgesprochen.