Arbeitsmarkt in der Niederlausitz

Am 30. März fiel die Entscheidung der LEAG, der Nachfolger des schwedischen Staatskonzernes Vattenfall, dass das geplante Abbaugebiet Jänschwalde-Nord nicht erschlossen wird. Die Entscheidung über das Feld Welzow II wird auf 2020 verschoben. Auch für die Tagebaufelder in Sachsen fielen Entscheidungen. Der Tagebau Nochten wird nur zum Teil ausgekohlt, Nochten II wird nicht in Anspruch genommen.
Was bedeutet das für die Menschen in den Braunkohleregionen von Brandenburg und Sachsen? Die Menschen in den nun verschonten Dörfern sind erleichtert, dass ihre Dörfer bestehen bleiben und sie ihre Heimat nicht verlieren, die Menschen, die im Tagebau arbeiten sind verständlicherweise in Sorge über ihre Zukunft.

Es gibt in Brandenburg eine etwas seltsame Förderpolitik, die der „Entwicklungskerne“. Dann wurde das Land in zwei Teile aufgeteilt, im nördlichen Teil gibt es gegenüber z.B. Forst 10% mehr Fördermittel. Grund genug für Unternehmen, eine Ansiedlung z.B. in Forst zu vermeiden, weil es nördlich der Fördergrenze (etwa bei Eisenhüttenstadt) mehr gibt. Die Politik war offenbar der Ansicht, die Braunkohle wird es im südlichen Bereich des Bundeslandes schon richten.
Diese Förderpolitik ist einmalig in Deutschland und sie gibt es nur in Brandenburg.

Es ist dringend an der Zeit, die bisherige Politik zu korrigieren, um einer weiteren Abwanderung aus der Region vorzubeugen. Auch der Bund ist hier gefordert. Früher gab es die sogenannte Zonenrandförderung. Etwas Vergleichbares könnte das Wegbrechen einer wirtschaftlichen Monokultur abfangen.
Es muss allerdings sehr schnell gehandelt werden.