Massentierhaltung

Die Diskussion über Massentierhaltung ist ein sehr emotional geführtes Thema. Da ich der Ansicht bin, dass es ein Thema ist, dass sich nicht so einfach mit "Ja" oder "Nein" beantworten lässt, werden mir ungerechtfertigte Intentionen unterstellt.
Deshalb an diese Stelle ein Klarstellung, in der Hoffnung, dass sie zum Nachdenken anregen.

1. Ab wann bezeichnet man Tierhaltung als Massentierhaltung?
2. Gibt es einen Beweis, dass ein Landwirt mit 30 Tieren diese automatisch besser behandelt als ein Betrieb mit 5.000 Tieren?
3. Was passiert, wenn in Deutschland strikt reglementiert wird?
Wird dann Billigfleisch dann irgendwo aus den Freihandelsbereich Europas importiert, das aus noch üblerer Massentierhaltung stammt?

Wegen der "Geiz ist geil"- Mentalität zu vieler Verbraucher.
Die Frage der Massentierhaltung ist folglich ein mehrschichtiges Problem, dass sich nicht einfach mit Ja oder Nein lösen lässt.
Ich wünsche mir eine sinnvolle Lösung. Die kann aber nur europaweit umgesetzt werden.
Ein deutscher Alleingang würde das Problem nicht lösen, es würde es nur verlagern.

Die Verbraucher sind mächtiger, als sie sich dessen bewusst sind ... denn sie könnten mit ihrem Kaufverhalten das Problem ganz schnell lösen.

Hier in der Region gibt ein eine Reihe von Hofläden mit regionalen Produkten. Dort kaufe ich Fleisch und andere Lebensmittel ein. Die Tierhaltung kann ich mir ebenfalls ansehen.
Ich brauche nicht täglich Fleisch, ich möchte lieber gute Qualität. Auch die Transportwege sollten als wichtiger ökologischer Faktor nicht vergessen werden.

Ich benötige weder Erdbeeren oder Spargel zu Weihnachten noch hochglanzpolierte und genormte Kartoffeln und schon gar nicht Äpfel aus Chile oder Südafrika. In den zwei kleinen "Tante-Emma-Läden" in der Stadt kann ich mir Kartoffeln aussuchen. Ein paar große Kartoffeln für z.B. Bratkartoffeln oder kleine Kartoffeln für andere Zwecke. Die sind nicht in einem Plastikbeutel verpackt und auch nicht peinlichst genau gewaschen. Angebaut werden sie in der Region und die, die die Supermärkte wegen der Größe nicht wollen, werden nicht untergepflügt. Dort kann ich auch eine oder zwei Zwiebeln kaufen; was soll ich mit einem Sack Zwiebeln? Die Hälfte wegwerfen, weil ich nicht jeden Tag zwei Zwiebeln essen möchte.

Verehrte Leserinnen und Leser. Es gibt nicht immer eine Antwort "Ja" oder "Nein". Manche Bereiche brauchen komplexe Lösungen.

Wer nun ein dogmatisches "Ja" oder "Nein" fordert, bekommt das in solch komplexen Bereichen von mir nicht.
Ich werde definitiv nicht unehrlich, nur um eine Wählerstimme zu erhalten.