Grundeinkommen – Nun eine radikale Vision

Politiker sollten Visionen haben und diese auch formulieren. Als parteiloser und unabhängiger Direktkandidat habe ich es sehr einfach. Ich kann meine Gedanken und Visionen auch ohne Rücksprache mit irgendwelchen Gremien veröffentlichen.

In Deutschland gibt es im Wahljahr 2017 61,5 Mio Wahlberechtigte, also Staatsbürger über 18 Jahre alt.
JEDER, unabhängig vom Einkommen, erhält ein staatliches Grundeinkommen in Höhe von Euro 1.000 pro Monat, sonstige Einkünfte werden nicht gegengerechnet. Davon fließen Euro 50,- direkt in den Gesundheitsfond der gesetzlichen Krankenkassen und die Pflegeversicherung, es verbleiben also Euro 950,- die ausgezahlt werden.
Warum diese Euro 50,- Abzug, es entspricht ja nicht dem üblichen Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeitrag? Der weitaus größte Anteil der Empfänger ist ja in einer Krankenkasse; die, die es nicht sind, werden so abgesichert. Da diese Euro 50,- von den Euro 1.000,- von jedem Empfänger abgezogen werden, egal wo und wie versichert, summiert sich das im Jahr auf Euro 36,9 Milliarden. Für die ohnehin Versicherten sind diese Euro 50,- ein sehr moderater Solidarbeitrag.

Der bürokratische Aufwand geht gegen Null.

Im Monat belaufen sich die Ausgaben für das Grundeinkommen auf Euro 61,5 Milliarden, im Jahr also auf Euro 738 Milliarden

2015 wurden 34,5 Milliarden an Kindergeld gezahlt, das bleibt erhalten.

738,0 Milliarden
+ 34,5 Milliarden
= 772,5 Milliarden

Der Sozialbereich im Bundeshaushalt verschlingt in diesem Jahr voraussichtlich 900 Milliarden …

Im Gegenzug fallen HARTZ IV und sonstige Leistungen außer Kindergeld weg. Die Sozialämter bleiben bestehen, sie müssen sich um die kümmern, die nicht erreicht werden, weil sie nicht wollen (z.B. Obdachlose, die es nicht anders möchten) und um die Asylbewerber.

Was hätte das für Folgen?
Ich höre schon die Stimmen, dann würde kein Mensch mehr arbeiten .. FALSCH
Oder, warum sollen die, die sehr gut verdienen, das auch bekommen … WARUM NICHT?

Mit Ausnahme einen geringen Anteils, die einfach nicht arbeiten möchten (gab es schon immer und wird es immer geben, die darf aber eine gesunde Gesellschaft nicht verhungern lassen), möchten Menschen etwas Sinnvolles tun.

Den Menschen besonders in prekären Beschäftigungsverhältnissen wäre schlagartig die Existenzangst genommen. Alles was sie verdienen (ohne das Grundeinkommen) wird ganz normal versteuert. Menschen, die keine Existenzangst haben und nicht permanent Druck ausgesetzt sind, sind motivierter und machen deutlich weniger Fehler. Folglich würden auch die Arbeitgeber davon profitieren.

Beispiel alleinerziehende Pflegekraft mit 2 Kindern:
8 – 10 Stunden wirklich schwere Arbeit, dann nach Hause, sich um die Kinder, das Essen, die Wohnung kümmern, dann erschöpft ins Bett.
Sie könnte ihre Arbeitszeit auf 6 Std. reduzieren und hätte mehr Zeit für die Kinder und für sich. Etwas mehr Leben …
Was ist für die zu Pflegenden besser? Eine Mitarbeiterin, die nach 7 Std. leergebrannt ist oder ausgeruht zur Arbeit kommt und rechtzeitig Feierabend macht?

18 Jahre und das Abitur ist in Reichweite? Sie werden als HARTZ IV-Kinder nicht mehr angehalten, die Schule abzubrechen und eine Lehre zu beginnen (mit Sanktionsdrohungen). Sie könnten sich auf die Ausbildung und das Studium konzentrieren. Deutschland braucht kluge Köpfe mit einer erstklassigen Ausbildung.
Das ist unsere Zukunft.

In Gesprächen zu diesem Vorschlag war ich immer wieder verwundert über zwei Aussagen.
1. „Dann würde ja kein Mensch mehr arbeiten.“
2. Auf die Frage, ob sie weiter arbeiten möchten :“Selbstverständlich!“
3. Auf meine Frage, warum sie denn davon ausgingen, dass nur sie weiter arbeiten möchten und alle sonst nicht, gab es Nachdenken.

Visionen sind immer ein Anstoß zum Nachdenken, Nachrechnen, Überlegen ob vielleicht doch ….

Ich möchte zum Nachdenken anstoßen. Für mich ist das eine wichtige Aufgabe der Politik.

Es gibt ein Land auf dieser Erde, in der das kollektive Glück der Bevölkerung in der Verfassung verankert ist. Es ist ein kleines Königreich.